Ikigai - Wofür es sich zu leben lohnt
- gregorboettner
- 23. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Warum hat mich diese Thematik im Kontext des Coachings so fasziniert, dass ich es gerne als Methode verwenden würde?
Weil es unter anderem ganz viel von dem beinhaltet, was ich gerade auf meiner „Reise“ als Coach erlebe. Eine Säule des Ikigai nennt sich das „Im Kleinen beginnen / Klein anfangen“ und genau das erfahre ich auch gerade:
Ich habe die ersten Kunden für das Coaching;
Ich schreibe Posts auf Social Media über Coaching Themen, die mich beschäftigen;
Ich schreibe Blogeinträge auf meiner eigenen Homepage und ich bilde mich nach und nach weiter - ich fange klein an, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, außer mich auszutesten und tue etwas, das mir Spaß macht und wofür ich eine Passion entwickelt habe.
Im Kleinen anfangen heißt aber auch, nicht immer auf alles die perfekt Antwort zu haben. Das ist sicherlich ein Punkt, den ich bei mir beobachte - perfekte Antwort auf alles und dann am Besten noch alles mögliche miteinander verbinden wollen. Ikigai hilft mir hier, dass ich das Verständnis aufbauen kann, dass ich auch erstmal step-by-step beginne und nach und nach mehr Verständnis und Expertise aufbaue.
Das verstehe ich unter Ikigai - und das ist definitiv etwas, was ich im Coaching mehrfach gehört habe: Besonders langjährige Manager sind manchmal in einer Situation, in der sie im Job festhängen und sich neu orientieren wollen. Ganz fatal aber dann, wenn sie sich selber ausschließlich über den Job definieren. Auch dann ist es nicht zu spät sich eine Passion zu suchen - das können Hobbies sein - bei denen man das Gefühl hat, etwas wirklich wertvolles für sich selber zu tun.
Es gibt unterschiedliche Situationen in der die Suche nach einer Passion wichtig werden können: bei einer Neuausrichtung im Beruf, als Burn-out-Prävention oder auch bei einer Midlife-Crisis. Dann also wenn man das Gefühl hat vor einer Wand zu stehen und den Durchgang nicht findet. In einer solchen Situation kann die Rückbesinnung auf Themen helfen, die einen Kraft und Energie geben.
Ich integriere daher die Ideen hinter Ikigai als Methode für Orientierungsgespräche - nie nur alleinstehend, aber gut kombinierbar mit weiteren Methoden zum Thema Wertearbeit und Stärkeanalysen. Des Weiteren ist die Methode gut visualisierbar, sodass der Coachee auch etwas „an die Hand“ bekommt.
30% der Arbeitgeber geben an keine Passion für ein bestimmtes Thema oder Hobby zu empfinden und nur 10% geben überhaupt an Leidenschaft für den Beruf zu entwickeln. Daraus ergibt sich, dass ein Großteil der heutigen Arbeitgeber keinen Ausgleich über den Beruf hinaus finden, der sie nicht erfüllt. Gemeinsam können wir im Coaching den Druck rausnehmen und auf die Suche nach einer Passion gehen, die einen geeigneten Ausgleich neben dem Beruf bedeuten kann.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das japanische Konzept von Ikigai sehr gut als Methode geeignet ist, aber immer in einem größeren Kontext verstanden werden muss, um Passionen wieder zu entdecken oder neu aufzubauen und daraus Motivation und eine gesunde Balance zwischen Beruf und Leben herzustellen.
Als Einführung empfehle ich das Buch „Ikigai“ von Ken Mogi (affiliate Link)
Kommentare